Donnerstag, 24. Dezember 2015

Lynn und die stets schwierige Frage der Größe

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Ja genau, mir geht es oft so, dass ich mich bei gekauften Schnittmustern frage "welche Größe nähe ich nur". Naja, vielleicht hab ich ja auch eine besonders blöde Figur, oben zu breit und unten zu schmal. Aber eigentlich eher nicht, denn im Grunde hat keine einzige, oder vielleicht ganz, ganz wenige, Frauen auf dieser Welt die perfekte Figur, die genau in die Maßtabellen der Hersteller passt.

Also wichtel ich jedes Mal wegen der Größe. Tagelang, nachdem ich ein passendes Schnittmuster im Netz erspäht habe, wühle ich mich durch Blogposts und lese diese aufmerksam, stelle seltsame Passformfragen in meinen Kommentaren und hoffe immer auf DIE Antwort. Bei Lynn war das ganz schwierig. Der Pullover mit der weit überlappenden Kapuze gefiel mir sofort. Ursprünglich wollte ich ja den Hoodie Louis von Kibadoo, den ich für meine Tochter gekauft hatte, in Gr. 170 nähen. Doch das Risiko, dass es eben eine Kindergröße ist, die mir nicht ganz perfekt passt, war mir dann doch zu groß. Und so kam Lynn eben gerade zur richtigen Zeit in den Shop von pattydoo.


Ich hatte ja bereits den Riley von pattydoo X-Mal genäht, ich glaube so an die 10 Mal. Ich finde den nach wie vor richtig toll, passt perfekt und irgendwie universell, denn wem auch immer ich diesen Hoodie genäht hatte, hat in MEINE Größe gepasst. So mag ich es! Und nun die Lynn, die hat mir richtig Kopfweh verursacht. Ich hab den Riley aufgelegt und irgendwie war die Lynn riesig dagegen. Beim Riley hatte ich eine 42 damals genäht und er sitzt, wie ein Hoodie sitzen muss, lässig und bequem, nicht körperbetont. Doch Lynn in 42 kam mir vor wie ein Sack. Also nachgemessen, Busen, Bauch, Po und festgestellt, eine 44 muss es sein. Hä? Ich eine 44. Ich hätte am liebsten direkt eine fette Tafel Schokolade aus Frust gegessen, denn ich will keine Gr. 44 im Schrank haben, schnief. 


Also nochmal gemessen und gemessen und ach was erzähl ich hier, es wurde nicht weniger. Also kurz die Erfinderin der Lynn angemailt und nachgefragt. Aber auch die Antwort war nicht wirklich erbaulich. Naja, was macht eine Hobbyschneiderin denn dann? Richtig, man kramt einen vermeintlichen Probestoff aus dem Stofflager, von ganz weit unten, einer, den man im Grunde nie wirklich tragen wollte, aber damals unbedingt haben musste. Bei mir war das ein quietscherosa-farbener Sweat, den ich irgendwann mal von einer anderen Hobbynäherin im Kaufwahn erworben hatte. Der roch damals ganz fürchterlich modrig, wurde sicher im Dachboden oder Keller gelagert. Doch nun sollte er seine Chance bekommen und was soll ich sagen, ich liebe meinen neuen Pulli, die Lynn, in quiekepink......


Als Kombistoff musste ein Stoff vom Holländer Stoffmarkt herhalten, der einen Druckfehler hatte und mir dann quasi fast für Umme zugeworfen wurde. Jetzt wo meine Lynn fertig ist, kann ich sagen, dass mir eine 38 passt und das perfekt! Nun kann ich in Produktion gehen :) mit meiner Lynn und nochmal eine nähen, mit einem Lieblingsstoff.


Ich bin nun ehrlich froh, dass ich in eine 38 passe und auch meine Probe-Lynn richtig tragbar ist. Auch wenn ich nun leuchte, wie eine Neonröhre, werde ich diese Lynn sicher das ein oder andere Mal außerhalb meiner Mauern tragen.




 Mit dieser Geschichte und meiner Lynn düse ich jetzt zu RUMS.