Donnerstag, 21. Juli 2016

Jeans-Sew-Along Finale mit meiner "Girlfriend"

Ich hatte zu Beginn des Sew-Alongs bei Marina die Klappe ganz schön voll genommen und groß angekündigt, dass ich sogar zwei Jeans nähen werden. Naja, in Theorie wollte ich das auch, aber in der Praxis wurde es nun ganz schön eng.

Parallel zur Jalie Jeans von hier hatte ich die Girlfriend von Schnittherzchen auf dem Plan. Den Stoff hab ich schon vor ewiger Zeit, als ich mir schon einmal die Girlfriend genäht hatte, im Stoffladen in Überlingen mitgenommen. Es ist ein wunderbar dünner Jeans, außen schimmernd schwarz und innen hell, ganz leicht Elasthan. Perfekt für solch eine Hose.


Zu Beginn hatte ich noch ewig gerätselt, welche Garnfarbe ich nehme. Dabei wollte ich diesmal mutig sein, mutiger als bei meinen letzten Jeanshosen. Hier, hier und hier hatte ich bereits mal selbst genähte Jeans gezeigt und hier auch noch ach ja und meine erste Girlfriend gab es hier zu sehen. Na und nicht zu vergessen, ich hatte hier auch mal eine kurze Hose nach dem Lutterloh-System erstellt, gezeigt. Na im Grunde war ich diesbezüglich ja schon fleißig. Aber wie so oft, näht man so etwas nicht ständig, verliert sich die Routine. Also möchte ich dranbleiben. Also um auf die ursprüngliche Frage des Garnes zurück zu kommen: ja ich war mutig und habe mich letztlich für rot entschieden und die Entscheidung war richtig.


Die Farbe kommt mit dem Dreifach-Geradestich nahezu perfekt auf dem schwarzen Jeans raus. Alles andere wäre öde und langweilig geworden. So sieht die Girlfriend richtig klasse aus.


Ich hab mich bei der, jetzt nach einigen Blusen, sogar direkt an Knopflöcher getraut. Bei meiner letzten waren es am Ende nur Druckknöpfe, der Sicherheit wegen.


Aber auch ich muss sagen, die Knopfleiste ist für meine Begriffe einfach nicht gut genug erklärt und bebildert. Gerade das zusammennähen und umdrehen bzw. die Schrittnaht haben mir viel Schwierigkeiten bereitet. Das gefällt mir nicht so.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass die Hose an den Oberschenkeln etwas eng ausfällt, zumindest bei meinen trainierten Beinen. Ich hab diesmal eine 36 genäht, Hüfte leicht zu weit, musste ich etwas enger machen, Beine knapp, aber noch nicht zu eng, ich kann mich noch bewegen.


An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Marina, dass sie mir mit dem Sew-Along in den Hintern getreten hat, damit ich mich mal wieder an Jeans setze.



Nun hab ich Lunte gerochen und derzeit die Skinny-Jeans von Sewera und die Jeans von Angela Wolf auf dem Zuschneidetisch. Ich hoffe, ich bekomme diese noch die nächsten drei Wochen fertig, damit ich diese mitnehmen kann in den Urlaub.

Mit meiner Girlfriend flitze ich jetzt noch schnell zu Marina und den Mädels von RUMS.

Mittwoch, 20. Juli 2016

One-Shoulder Kleid aus der Fashion-Style

Ich bin ja bekennender Nähzeitschriftenjunkie. Ich konsumiere alle möglichen Zeitschriften wie den Kaffee am Morgen - muss einfach sein :) So auch im Mai die Fashion-Style 05/16. Oft ist nicht mal etwas drin, was ich nähen will. Aber ich liebe es einfach, mich inspirieren zu lassen und das tun diese Zeitschriften in meinen Augen perfekt.

Gefunden hab ich dann darin ein One-Shoulder Kleid, welches einem Designerfummel nachempfunden wurde, quasi die Idee zum Kleid vom Laufsteg der Fashionwelt übernommen. Das sollte es werden, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass hier endlich mal ein Kleid eine für mich schöne Länge hat und kurz überm Knie endet.


Die Anregung, eine Lage über der eigentlichen Rockstofflage zu vernähen, hab ich so übernommen. Bei mir ist es eine schwarze Spitze geworden, über einen ganz phantastischen elastischen Baumwollstoff mit Schimmer in grün.


Genäht hab ich diesmal ein Probekleid und dann die Änderungen vom Oberteil aufgrund akutem Brustmangels nach zwei Schwangerschaften direkt aufs Schnittmuster übernommen. Das Nähen des eigentlichen Kleides ging dann fix, lediglich das reinfummeln des seitlichen Reißverschlusses war etwas aufwendiger.


Unter dem Kleid hab ich einen Petticoat getragen, den ich mir im Frühjahr für eines meiner Dirndl gekauft hatte. Sieht so finde ich, einfach fescher aus. Macht das Kleid nochmal etwas festlicher.

Naja, geklappt. Allerdings musste ich feststellen, dass ich am Ende den Reißverschluss auf der anderen Seite hatte, als im Heft vorgegeben. Macht nix, tut nix zur Sache, denn an den Seiten war das Kleid eh gleich gearbeitet :) Also fällt der Fehler gar nicht auf.


Aber das tollste am Kleid war der Anlaß, für den ich das genäht hatte. ABIBALL. Ja, meine Große ist nun schon 18 und hatte tatsächlich Abiball. Es ist ein schönes Gefühl, sein Kind so weit geführt zu haben, sie nun in die große, weite Welt zu entlassen. Nun gut, die Ausbildung noch, aber da läuft doch viel schon sehr allein. Meine Große ist außerdem eine unheimlich selbständige Persönlichkeit, dem geschuldet, dass ich mein Leben lang Vollzeit gearbeitet habe.


Ich bin unheimlich stolz auf die Maus, das ist für mich als Mama ein richtig schöner Moment, auch weil sie an dem Abend mehrfach auf die Bühne durfte.....Lob hier, Auszeichnung dort, Urkunde, Zeugnis und all das.

Ach ja, ein besonderer Dank natürlich auch an die Friseuse ;-) die sich an dem Tag um unsere Haare gekümmert hatte, wie so oft. Und glaubt mir, den Wunsch eines Teenagers in Sachen Haare zu erfüllen, ist eine Mammutaufgabe........

Also an dieser Stelle nochmal: Alles Liebe Jennifer für deine Zukunft und Glückwunsch zur Fachhochschulreife, die sich mit einem Schnitt von 2,2 gut sehen lassen kann.

Mit diesem Kleid düse ich nun noch zu AfterWorkSewing und MeMadeMittwoch.

Dienstag, 19. Juli 2016

Jeans Sew Along - Finale mit Jalie 2908

Ich hab´s geschafft, meine Jeans vom Sew-Along bei Marina ist fertig geworden. Und nun sind auch die Bilder geschossen und so geht die Jeans auf virtuelle Reise in die Welt.


Puuh, ich bin ein wenig kaputt, so eine Jeans ist schon eine ganz schöne Herausforderung und am Ende gehöre ich immer zu den selbstkritischen Menschen, die überall noch Kleinigkeiten sehen, die nicht passen.

Im Grunde sieht die Jalie ganz gut aus. Ich hatte sie ja schon mal genäht, dann hab ich so viele Kilo abgenommen und musst den Schnitt anpassen. Schon damals hatte ich etwas vom Schlag herausgenommen, denn ich habe festgestellt, dass die amerikanischen Jeansschnitte immer recht gut "beschlagt" sind.


Betrachte ich mir meine Jalie, dann muss ich sagen, bin ich eigentlich recht zufrieden mit meiner Arbeit nach so einer langen Pause des Hosennähens. Der Reißverschluss ist ganz gut geworden, wo das doch die größte Sorge ist bei mir und ich nach wie vor Respekt davor hab.


Ich hab mich wirklich bemüht bei dieser Jeans. Gerade beim aufeinander treffen der Nähte z.B. am Gesäß ist es immer etwas frickelig und ich bin hier im Grunde ganz zufrieden.


Und auch mit den Nieten hab ich mich mal versucht und hier und da ein paar gesetzt. Das ging erstaunlich gut und fügte sich super in das Gesamtbild ein. Aber wer genau hinschaut, sieht schon, wo es diesmal gehakt hatte: an den ganz dicken Stellen wie z.B. hier wo Tasche, Bund, Hose und Gürtelschlaufe aufeinander treffen - das hat die kleine W6 nicht mehr geschafft.


Oder auch hier am Bund vom Bein. Auch da hat die Maschine mit dem Dreifach-Geradestich letztlich gestreikt und wir mussten kapitulieren. Im Nachhinein hab ich mich geärgert, dass ich nicht meine Bernina 750 bemüht habe, denn die hätte das bestimmt besser gemeistert und da rattert der Dreifach-Geradestich und die Maschine schnurrt dabei wie ein Kätzchen. Hier zeigt sich einfach, warum die Bernina 10 Mal so viel kostet als meine W6.


Aber ich will mal nicht jammern. Betrachtet man eine Kaufhose, dann sieht die oft auch nicht besser aus und so beim ersten Hinschauen fallen die kleinen Mängel gar nicht auf.


Man sieht weder die minimalen Unregelmäßigkeiten an den Taschen, noch dass die Passenaht um vielleicht einen halben mm nicht ganz harmonisch weiterläuft an der Ponaht. 



Die Innenbeinnaht im übrigen ist nur zweifach abgesteppt, also keine Kappnaht wie von Marina gezeigt. Sieht der aber ähnlich und ist leichter und schneller gemacht. 

 

Die Grundform der Jalie gefällt mir ganz gut und wie man sieht, ist sie recht hübsch geworden, zumindest für mein Empfinden. Allerdings muss ich doch sagen, dass ich mehr körperliche Veränderung erfahren hab nach meiner Kur, als ich damals im Schnitt übernommen hab und so muss ich wohl nochmal ganz neu anfangen, den Schnitt zu kopieren und zu modifizieren. Obenrum ist mir der Bund noch ein wenig zu hoch und auch ist die Hose im Schritt etwas zu weit. Hier darf sie ruhig noch etwas knackiger sitzen. 


Die nächste Jalie wird sicher besser. Die Girlfriend, die ich danach fertig gemacht hatte, ist auch schon wieder einen Ticken besser geworden als die Jalie hier. Und nun liegen zwei neue Schnittmuster auf meinem Tisch: die Skinny Jeans von Sewera und eine Jeans von Angela Wolf, die ich todesmutig in Amerika bestellt habe, mit der Kreditkarte bezahlt, wie aufregend :)

Ach was mir noch einfällt: bei wem bitte klappt das mit Patentknöpfen auf Anhieb? Welche von meinen Lesern kann mir sagen, wie FRAU das mit bloßer Hand reingedrückt bekommt? Also egal, wo und welche Knöpfe ich hier kaufe, mir ist das noch nie gelungen und genau bei dieser Hose hier hab ich mir fast alles noch auf den letzten Metern versaut. Am Ende hab ich mit Wut im Bauch die krummen Patentknöpfe rausgefrickelt und die Löcher vernäht, Knöpfe drüber gemacht. Aber ist das die Lösung? Wieso gibt es hier kein vernünftiges Werkzeug? Kann mir diese Frage jemand beantworten? Oder gibt es irgendwo ein duftes Tutorial? Ich bin für sachdienliche Hinweise jeglicher Art sehr dankbar :)

Und ab geht es mit meiner Jeans zu HOT, den Dienstagsdingen und natürlich zur finalen Linkparty bei Marina.