Freitag, 29. Januar 2016

Taschenwahn die Zweite

So, nun hab ich nochmal und nochmal und nochmal versucht und hab dann eine Nählösung für mich gefunden, die dem Ergebnis, dass ich mir gewünscht habe, doch am nächsten kommt. Aber ich bin wie so oft selbstkritisch und sehe noch Luft nach oben in Ausführung und Endergebnis.

Vielleicht könnt ihr nochmal reinschauen, hab den Pullover nun mal gesteckt und auf die Puppe geprügelt, damit es fertig aussieht und man es im Ganzen betrachten kann. Die Frage, die ich mir schon seit 2 Tagen stelle ist, soll ich die Taschen nun so lassen, also sieht das was aus oder mache ich das Vorderteil clean ohne Taschen nochmal neu. Stoff ist genug da, denn im Werksverkauf bei Sanetta sind die Stoffe zum Schnäppchenpreis zu haben, zum Glück.



 Kurz noch zur Erklärung, wie ich es jetzt letztlich genäht habe (nur mal in Wort):

- Tascheneingriff (Einschnitt) markieren wie im letzten Beitrag beschrieben
- im Rechteck um den Eingriff nähen, dabei liegen Taschenbeutel und VT rechts auf rechts
- einschneiden und auch die Ecken bis zur Naht entsprechend der Markierung einschneiden
- Beutel nach innen legen
- Untersteppnaht nur an der Oberseite des späteren Eingriffes nähen
- die schmalen Seiten nach oben bzw. unten klappen und stecken
- die Unterseite des Eingriffes auch Richtung Seitennaht stecken (mit NZ)
- von einer schmalen Seite beginnend u-förmig einmal absteppen
- wer will kann es dann so lassen, sonst auch Lederpatches anbringen und fertig

Bei meiner Variante ist nun der Eingriff an sich ein klein wenig breiter, da sieht man den Innenstoff dann mehr. Meine Nähgruppe hatte diese Variante auserkohren, da es wohl sehr schön ist, vom Kontrast- und Musterstoff etwas mehr zu sehen.


Was denkt ihr?

Wer noch mehr sehen will, schaut schnell noch beim BuxSen-Sew-Along vorbei.

Mittwoch, 27. Januar 2016

Noch eine Falda von Farbenmix

Ich finde ja die Farbenmix-Schnitte in den richtigen Stoffzusammenstellungen traumhaft schön. Ich schaue immer mal auf anderen Blogs und sehe da zum Teil richtig schöne Teile. Von dort inspiriert versuche ich dann, in der Light-Version das Gesehene umzusetzen und so gab es nochmal eine Falda von Farbenmix.


Diesmal geht der Rock ans Stoffhaus Stockach fürs Schaufenster. Ich konnte die Filialleiterin dort für die Schnitte von Farbenmix begeistern und nun werden diese bestellt. Um den Interessierten Kunden die Ergebnisse zu zeigen, nähe ich immer mal wieder Teile mit zur Verfügung gestellten Stoff, damit die als Beispiele ausgestellt werden können.

(P.S. dies ist keine Werbung, weil es auch keine Links gibt und keiner was verkaufen will ;-))

Dienstag, 26. Januar 2016

Unterirdische Nähanleitungen und die Sache mit der Tasche

Geht es euch manches Mal auch so? Ihr lest in einem Schnittmusterheft eine Nähbeschreibung und denkt permanent "hä? hä? hä?". Also ich hab dieses Phänomen oft, gerade in Zeitschriften, aber auch bei einigen Schnittmusterherstellern. Ich hatte schon vermutet, dass durch die vielen bunten Trage-bilder der Schneiderstücke kein Platz mehr für ordentlich viel Buchstaben ist und für Zeichnungen schon gar nicht. Also muss man sich eben durchkämpfen und die Worte des Schreiberlings irgendwie versuchen, zu deuten. Das ist nicht immer von Erfolg gekrönt.

Aktuell bin ich beim Sew-Along von BuxSen dabei. Aus der Ottobre 05/15 hab ich mir unter anderem den Kapuzenpulli ausgesucht, ohne wirklich darauf zu achten, was mich bei den Taschen erwartet. Kurz vor Beginn hab ich mir die Anleitung mal durchgelesen und bei der Tasche wird auf die Beschreibung der Tasche des Mantels verwiesen. Also dort hin geblättert, durchgelesen und gelesen und gelesen und festgestellt, dass man mit dieser Anleitung im Leben nicht zu einem schönen und richtigen Ergebnis kommt. Ich finde, es fehlen nicht nur die Bilder, sondern auch ein paar Worte der Erklärung.

Naja, da ich kein "Dieflinteinskornwerfer" bin, hab ich mich an Reststoffstücke begeben und den Versuch gemacht, anhand der Anleitung die Tasche zu nähen. Hier zeige ich euch mal meine Schritte, so wie ich die Anleitung verstanden habe und mein Ergebnis. Befriedigend finde ich das nicht und ich werde vermutlich ganz einfach Eingriffstaschen in die Seitennaht machen. Vielleicht kann aber der ein oder andere Leser einen Kommentar dazu abgeben, wo ich etwas falsch umgesetzt habe und was ich besser machen kann. Es ist wie gesagt ein Versuch gewesen, daher hab ich nicht 100% ordentlich genäht :)

Zuschneiden von Tasche und markieren der Position auf Vorderteil

Anfang und Ende mit Nadel markieren

Vorderteil umdrehen und über die Markierungen mittig ein Stück Vlieseline (ich habe H250 genommen) oder Formband aufbügeln zur Stabilisierung

Formband/Vlieseline auf die Rückseite des Tascheneingriffes bügeln und auch die Tasche re auf re zusammengeklappt bügeln (so kann man später besser die Eingriffsposition bestimmen mit der Schablone)

Schablone aus Taschenschnittteil ausschneiden und ich habe mir dann die Striche der Schablone auf die Rückseite des Taschenbeutels entsprechend markiert.

Hier die fertige Merkierung, die Mitte Anfang und Ende mit einer Nadel markiert für die Positionierung auf dem VT (hier ist noch die vorgesehene runde Version zu sehen, letztlich und nach dem 3. Versuch habe ich mich für eine eckige Version entschieden, da sich das bei weitem besser nähen lässt und am Ende besser ausgearbeitet werden kann.

Nun den Taschenbeutel positionieren auf der Markierung am Vorderteil (seht ihr, hierfür taugen die zuvor eingesteckten Nadeln ganz gut ;-)). Dabei zeigt die Rundung nach unten, also Richtung Bund.

Taschenbeutel feststecken, dass er nicht verrutscht. Nochmals prüfen, ob der Beutel auch richtig herum gesteckt wurde (Die "Niere" mit der Kerbe nach unten also Richtung Bund VT).

Hier also nochmal meine eckige Version. Die Mittelline einzuzeichnen hab ich mir gespart, 

genähtes Rechteck von hinten, also Sicht auf Rückseite VT

Danach habe ich mir die Positionen mit Nadeln gesteckt, bis wohin der Eingriff aufgeschnitten wird (mittig). Ich setze immer an mit einer Schere und dann nehme ich den Nahttrenner und kann so bis zu den Nadeln durchratschen, ohne dass am Ende ich zu weit bin (die Nadeln stoppen Schere oder Nahttrenner!)


Noch die Ecken schräg einschneiden und dann sollte das Ganze so aussehen.

Taschenbeutel nach innen klappen.

Untersteppnaht rechts und links, d.h. man klappt die NZ der Rückseite in Richtung der gegenüberliegenden Seite, also Richtung später offenen Eingriff .

So sieht das auf der Rückseite aus.

Nun näht man im Geradestich einmal von Oberseite Tascheneingriff bis zur Unterseite.

Und das auf beiden Seiten des späteren Eingriffes.

Ansicht Rückseite nach dem Nähen.

Danach den Taschenbeutel re auf re zunähen (ich mache das mit der Overlock, hab hier nur schnell die Nähmaschine benutzt)

Nun das VT umdrehen und alles bügeln und am Ende noch die Riegel oben und unten an der Tasche nähen. Ich habe hier einen Versuch mit einem Geradestich gemacht (links) und auch einen mit Raupe. Sieht aber beides für mein Empfinden nicht schön aus.

So würde das von links aussehen, keine Ahnung, ob das so sein muss.
So ihr Lieben, das war die meinige Interpretation der Eingrifftasche aus der Ottobre 05/15. Vielleicht hat der ein oder andere von euch das schon bei weitem besser hinbekommen als ich. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als unzufrieden, vor allem mit den Sicherungsnähten oben und unten. Das sieht nicht schön aus. Und auch die Untersteppnaht, naja, finde ich nicht so dolle. Bei der Tasche, die in die Jacke gehört ist es leider so, dass die der Stabilisierung nicht ganz so bedarf, denn die "hängt" ja später nach unten. Die Tasche des Hoodie geht ja schräg nach vorne und so kann es ohne ordentliche Stabilisierung am Ende unschön aussehen, daher sind hier die angegebenen Schritte sicher mehr notwendig als beim Mantel.

Bitte kommentiert doch, wo hier evtl. meine Fehler liegen, vielleicht kann ich es dann nochmal versuchen, besser machen und die Tasche bekommt doch noch eine Chance in meinem Hoodie.

Hier nochmal von einem der Versuche ein Endergebnis:



Dieser Beitrag geht jetzt noch zu BuxSen zum Teil 2-Beitrag des Sew Along.