Donnerstag, 25. August 2016

Hemdbluse von Stoff und Stil

Irgendwie bin ich die letzte Zeit etwas auf den Geschmack gekommen und nähe mir seither sehr gerne Blusen. Vermutlich weil ich auf all den tollen Linkpartys immer wieder so tolle Werke bewundere.

So kommt es hin und wieder vor, dass ich einfach mal nach neuen und interessanten Schnitten stöbere und letztlich meist auch fündig werde. So zum Beispiel bin ich irgendwann mal bei Stoff und Stil gelandet. Dort wollte ich schon immer mal bestellen und da man inzwischen per Kreditkarte dort zahlen kann, hab ich es auch getan. Neben Filzwolle und anderem Nähkram kam auch die Hemdbluse mit ins virtuelle Körbchen.

Ich googelte was das Zeug hielt, um zu schauen, wie andere Näherinnen mit den Schnitten von Stoff und Stil zu Recht kamen. Man hört hier unterschiedliche Meinungen, die meisten kritisieren neben der dürftigen Anleitung auch die nicht so überschaubare Größentabelle. Da man hier einen Eingrößenschnitt bestellt, sollte hier vorab gut geschaut werden nach den Maßen. Ich hab das getan und eine S bestellt.

Herhalten zum Nähen musste ein Stoff aus meiner To-Sew-Liste. Das kam mir gerade Recht, denn hier sollte ich so langsam zum Ende kommen, sonst nix Stoffmarkt :) Also drufte der Sanetta Stoff diesmal sein langweiliges Dasein im Stoffschrank beenden. Der Print sieht sehr schön aus, der Stoff ist eher fest und daher auch eher hemdenähnlich, für so eine Art Bluse also durchaus geeignet.


Ganz besonders fand ich den Schwalbenschwanz. Der macht die Bluse zu einem echten Hingucker und obendrein kann man die Bluse so super bequem tragen, auch über Jeanshosen.


Die Bluse hat einen kleinen Stehkragen, eine Knopfleiste vorn und Manschetten an den Armen, klassisch eben.


Man kann es ja bereits auf den Bildern des Schnittmusters erkennen, dass die Bluse lässig ausfällt, auch etwas länger ist. Man kann sie daher eher über ein anderes Kleidungsstück wie z.B. eine Legging oder Jeanshose anziehen. Ich habe sie mal mit Gürtel getragen....


....aber auch zum Teil vorne in die Hose gesteckt und hinten lässig heraushängen lassen. Alles ist möglich.


Zum Schnitt muss man anmerken, dass die Anleitung tatsächlich ausbaufähig wäre. Der Schnitt kommt nicht auf Papier, sondern ist auf Vlies in der bestellten Größe enthalten. Zum handhaben ist das Vlies toll, es knittert nicht so sehr wie Papier. Dennoch war es nicht richtig glatt und hier der obercoole Tipp von mir: bügelt niemals über dieses Vlies mit dem heißen Bügeleisen :))) Oh Mann, das schmilzt euch weg, das ist echt übel. Ja liebe Leut, so blöde und hirnlos war ich tatsächlich. Es darf gelacht und geschmunzelt werden. Ich konnte das Schnittteil retten, denn glücklicherweise kommen die als Ganzes. So hab ich das Vorderteil, welches zu Hälfte geschrumpft und verhunzt war, einfach als ein Schnittteil für den Stoffbruch nutzen und habe die verschrumpelte Hälfte abgeschnitten und entsorgt. Naja, Dinge passieren eben.

Von der Passform her bin ich leider nicht überzeugt. Der Schnitt fällt echt riesig aus. Ich habe nun schon eine 36, also S bestellt, kleiner geht nicht und weniger als S bin ich auch nicht und dennoch hänge ich in dieser Bluse wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Auch von diesem Schwalbenschwanz habe ich mir mehr versprochen, so schön ist der dann in Realität doch nicht, die Enden klaffen mir zu sehr auseinander. Na und eben die Länge, auf den Bildern vom Schnitt sieht die Bluse lange nicht so lang aus wie bei mir in Wirklichkeit. Schade, wirkt so eher wie ein Nachthemd.

Die Hemdbluse ist nicht so schön, aber doch schön genug, um sie bei RUMS zu zeigen, denke ich zumindest.

Hattet ihr auch schon Schnitte mit Pleiten, Pech und Pannen? Angefangen vom Schnittmuster bis hin zur Fertigstellung? Ich hab so etwas immer wieder mal und wenn es dann läuft, dann läuft es eben. Zufrieden kann ich mit dem Ergebnis trotzdem sein, sie ist wirklich schön geworden.

Und wieder ein Stoff weg von der To-Sew-Liste:


Kommentare:

  1. Schade, dass dir die Bluse nicht so gefällt. Sie ist wirklich reichlich bemessen. Gerade beschäftige ich mich auch mit der Frage, wieviel Weite darf sein. Heute ist ja vieles skinny, so dass man es ungewohnt findet, wenn etwas mehr Stoff hat. Kommt aber wieder! Ich finde dein Styling gut. Gerade die Farbe und mit dem Gürtel, das hat sowas mittelalterliches. Ist auch die Hose selbstgenäht? Regina

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    1. Danke Regina.

      Ja, die Hose ist im Zuge des Sew-Alongs bei metterlink entstanden und ist eine "Girlfriend". Und ja, man trägt viel Skinny, ich kann mich damit aber nicht in allen Klamotten anfreunden. Ich mag die Beine eng und darüber etwas luftiges, das finde ich einen tollen Kontrast. Zu viel Weite wirkt für mich so, als bekäme diejenige nix zu Essen :)

      LG Katrin

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  2. Da hast du Recht, man muss aufpassen, dass man nicht in den Sachen versinkt. Regina

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  3. Hey Katrin, das sieht schon nach Herbst aus! *BITTE LIEBER SOMMER BLEIBE DOCH NOCH EIN BISSCHEN* Das rostrot liebe ich und es steht dir, wie ich finde, ausgezeichnet.
    Es gibt einen Unterschied zwischen schlabberig und lässig.
    Ich stimme dir zu, der Schnitt hat Mankos. Soweit ich sehe macht er an der Brust merkwürdige Falten. Naja, immerhin hast du was Neues ausprobiert, nicht alles bewährt sich im Praxistest. Ist halt so!
    Liebe Grüße Tutti

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