Donnerstag, 31. Dezember 2015

Dieser Hut steht ihr gut?

Ist dem so? Keine Ahnung, selbst ist man eh immer kritischer und sieht die Dinge völlig anders als das Umfeld. Na wie auch immer, die Erfahrung kommt mit der Zeit und man entwickelt auch ein Auge, was an einem aussieht und was nicht.


Jetzt hab ich schon viel genäht. Hosen, Jacken, Pullover, Shirts, Top, Unterwäsche und und und. Also was lag Nahe, was wurde noch nicht gewerkelt? Richtig, eine Kopfbedeckung in Form eines Hutes gab es noch nie. Warum nur? Keine Ahnung, denn selbst mein Mann fand das Ergebnis super.



Also ich in den Laden und ein Nähpaket für einen Filzhut gekauft. Das letzte im Laden, zum Schnäppchenpreis. Und losgelegt. Als ich fertig war mit nähen und das lummelige Teil in der Hand hielt, dachte ich im Leben nicht, dass es was aussehen wird.


Aber ich wurde eines Besseren belehrt, nach dem Waschen sah das Teil schon richtig wie ein Hut aus. Ziel erreicht würde ich sagen! Ich bin begeistert und finde, dieser Hut steht mir gut :)


Damit gehe ich jetzt noch rüber zu den RUMS-Mädels.


Guten Rutsch für euch alle!

Samstag, 26. Dezember 2015

Eine Herzensangelegenheit

Ja, das ist es tatsächlich. Für mich ist Helfen immer eine Herzensangelegenheit und ich mache hier nie Unterschiede, ob es Hilfe für dies oder das ist. Was ich grundsätzlich nicht mache, ist über die Grenzen hinweg helfen. Das ist mir einfach nicht greifbar genug und ich bin der Meinung, wir haben hier im Land genügend eigene Projekte, die Hilfe bedürfen und nur weil wir keine Kinder mit Hungerbäuchen haben, sind diese Hilfsprojekte nicht weniger wichtig. Daher versuche ich immer, Projekte zu finden, die greifbar und in Deutschland sind.

So hab ich beispielsweise hier schon mal ein paar Klinikmützen genäht und verschickt. Madita hatte diese Aktion mal ins Leben gerufen und hilft damit krebskranken Kindern, die durch bunte Mützen einen etwas farbigeren Tag in der Klinik haben.

Im November dann bin ich auf die Seite von Roja gestoßen www.lybstes.de  und sah dort die Aktion "Willkommenset für Flüchtlingsbabys".


Ich fand es toll, dass sie sich für die Menschen einsetzt, die oft nur Ablehnung hier in Deutschland erfahren und die Schelte abbekommen, die eigentlich der Politik um die Ohren gehauen gehört. Aber so ist es ja leider oft bei uns. Alle müssen spüren, was ganz weit oben verbockt wird. Ich habe dann meine Nähmädels gefragt, ob sie sich an der Aktion beteiligen und auch Sets nähen. Es sind ja nur Sets in Gr. 56 und so ein wunderbares Stoffrestever-brauchsereignis. Und jeder hat sicher Stoff zu Hause übrig, auch ich. Also begannen wir, Sets zu nähen und nach dem einsammeln hab ich alle fotografiert, verpackt und das Paket für Ronja geschnürt. Ich weiß, dass die Sets direkt an der Basis ankommen, denn Ronja verteilt diese Sets an eine Hebamme in Lübeck. Von dort werden sie direkt an entbindende Flüchtlingsfrauen weiterge-geben, ohne den Umweg über eine Kleiderkammer oder ähnliches. Das finde ich klasse, so geht das Ganze nicht unter in der Vielzahl von Kleiderspenden. Und vielleicht machen ein paar farbenfrohe und liebevoll genähte Sets den Frauen ein klein wenig den Alltag bunter und freudiger.




Da wir hier ja alle unsere Kinder im Waldorfkindergarten in Lautenbach haben, ist ein Teil des Projektes auch ein Upcycling Projekt geworden, denn Annette hat ein paar Sets aus einem gut gehüteten Pullover aus Nicky hergestellt. Und wir Lautenbacher Nähdamen haben uns ja dieser Sache auch voll und ganz verschrieben und nähen schon seit einiger Zeit Kinderkleidung aus nicht mehr benötigten Kleidungsstücken wie Jacken, Hosen, Hemden usw.


Für alle, die noch Lust haben, auch einen Teil zu Ronjas Projekt beizutragen, hier nochmal der Link zum Projekt und dem Schnittmuster für das Set:

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Lynn und die stets schwierige Frage der Größe

Ja genau, mir geht es oft so, dass ich mich bei gekauften Schnittmustern frage "welche Größe nähe ich nur". Naja, vielleicht hab ich ja auch eine besonders blöde Figur, oben zu breit und unten zu schmal. Aber eigentlich eher nicht, denn im Grunde hat keine einzige, oder vielleicht ganz, ganz wenige, Frauen auf dieser Welt die perfekte Figur, die genau in die Maßtabellen der Hersteller passt.

Also wichtel ich jedes Mal wegen der Größe. Tagelang, nachdem ich ein passendes Schnittmuster im Netz erspäht habe, wühle ich mich durch Blogposts und lese diese aufmerksam, stelle seltsame Passformfragen in meinen Kommentaren und hoffe immer auf DIE Antwort. Bei Lynn war das ganz schwierig. Der Pullover mit der weit überlappenden Kapuze gefiel mir sofort. Ursprünglich wollte ich ja den Hoodie Louis von Kibadoo, den ich für meine Tochter gekauft hatte, in Gr. 170 nähen. Doch das Risiko, dass es eben eine Kindergröße ist, die mir nicht ganz perfekt passt, war mir dann doch zu groß. Und so kam Lynn eben gerade zur richtigen Zeit in den Shop von pattydoo.


Ich hatte ja bereits den Riley von pattydoo X-Mal genäht, ich glaube so an die 10 Mal. Ich finde den nach wie vor richtig toll, passt perfekt und irgendwie universell, denn wem auch immer ich diesen Hoodie genäht hatte, hat in MEINE Größe gepasst. So mag ich es! Und nun die Lynn, die hat mir richtig Kopfweh verursacht. Ich hab den Riley aufgelegt und irgendwie war die Lynn riesig dagegen. Beim Riley hatte ich eine 42 damals genäht und er sitzt, wie ein Hoodie sitzen muss, lässig und bequem, nicht körperbetont. Doch Lynn in 42 kam mir vor wie ein Sack. Also nachgemessen, Busen, Bauch, Po und festgestellt, eine 44 muss es sein. Hä? Ich eine 44. Ich hätte am liebsten direkt eine fette Tafel Schokolade aus Frust gegessen, denn ich will keine Gr. 44 im Schrank haben, schnief. 


Also nochmal gemessen und gemessen und ach was erzähl ich hier, es wurde nicht weniger. Also kurz die Erfinderin der Lynn angemailt und nachgefragt. Aber auch die Antwort war nicht wirklich erbaulich. Naja, was macht eine Hobbyschneiderin denn dann? Richtig, man kramt einen vermeintlichen Probestoff aus dem Stofflager, von ganz weit unten, einer, den man im Grunde nie wirklich tragen wollte, aber damals unbedingt haben musste. Bei mir war das ein quietscherosa-farbener Sweat, den ich irgendwann mal von einer anderen Hobbynäherin im Kaufwahn erworben hatte. Der roch damals ganz fürchterlich modrig, wurde sicher im Dachboden oder Keller gelagert. Doch nun sollte er seine Chance bekommen und was soll ich sagen, ich liebe meinen neuen Pulli, die Lynn, in quiekepink......


Als Kombistoff musste ein Stoff vom Holländer Stoffmarkt herhalten, der einen Druckfehler hatte und mir dann quasi fast für Umme zugeworfen wurde. Jetzt wo meine Lynn fertig ist, kann ich sagen, dass mir eine 38 passt und das perfekt! Nun kann ich in Produktion gehen :) mit meiner Lynn und nochmal eine nähen, mit einem Lieblingsstoff.


Ich bin nun ehrlich froh, dass ich in eine 38 passe und auch meine Probe-Lynn richtig tragbar ist. Auch wenn ich nun leuchte, wie eine Neonröhre, werde ich diese Lynn sicher das ein oder andere Mal außerhalb meiner Mauern tragen.




 Mit dieser Geschichte und meiner Lynn düse ich jetzt zu RUMS.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Jalie Nr. 2795 Fleecejacke

Also nach meiner letzten erfolgreich genähten und tragbaren Jacke holte ich einen Schnitt aus der Versenkung, den ich schon bestimmt vor über einem halben Jahr nähen wollte - eine Fleecejacke von Jalie die Nr. 2795. Wer meinen Blog verfolgt weiß, dass ich gerne die Schnittmuster von Jalie nähe, sofern es kein brauchbares deutsches Schnittmuster gibt. Ich finde die Passform immer sehr schön.


 Diesmal sollte es also diese Fleecejacke sein und den Double-Face-Fleece von Michas Stoffecke hatte ich schon ganz lange hier liegen. Wundert mich nur, dass der noch keinen Schimmel angesetzt hat ;-) so lange wie er auf den Zuschnitt warten musste :)))


Naja, nun hat er es ja geschafft, die Jacke ist fertig und gefällt mir gut.

Das Nähen war ganz ok, trotz des englischen Schnittmusters. Ihr müsst wissen, ich hatte in der Schule immer nach dem Minimalprinzip gearbeitet und überflüssige Dinge vermieden, um Energie für die Wichtigen Sachen wie Pausen zu sammeln. Und so muss bei jedem englischen Schnitt mein Schulenglisch herhalten und der Online-Übersetzer. Ihr glaubt gar nicht, wie witzig ein Kleidungsstück aussehen würde, würde man sich genau an die Übersetzung des Online-Übersetzers halten.....hihi, in Bezug auf spezielle Ausdrücke beim nähen ein Traum.

Ich hab mich also an den Bildern durchgehangelt und kam dennoch zu einem brauchbaren Ergebnis. Ich hatte mich für außen blau und innen rot entschieden. Um am Kragen die Ovi-Naht unsichtbar zu machen, habe ich ein Schrägband eingearbeitet. So kratzt auch nix im Genick.


Die Seitentaschen waren anfangs eine Herausforderung, irgendwie hatte ich das nicht begriffen, was die mir sagen wollten in der Anleitung. Letztlich hab ich es 10 Mal durchgelesen, Bilder geschaut und nun hat es doch geklappt.

Das einzige, was ich verändert habe, ist die Weite der Ärmel und Jacke. Ich habe die Gr. 39 im englischen zuschneiden müssen und fand am Ende die Ärmel und auch die Seiten viel zu weit. Auf dem Schnittbogen ist der Schnitt aber bewusst lässig, man sieht es ganz deutlich. Aber nicht ganz mein Fall. Ich finde allerdings, lieber so als zu eng, da hätte ich mich geärgert.


Im Probetragen hat die Jacke auch ihren Dienst gut erwiesen. Sie sitzt für mich super und kann zu vielen Dingen getragen werden. Ja ok, zur lila Cordula vielleicht nicht unbedingt, aber sonst zu fast allem :)


Mit den Tragebildern und meinem Daumen hoch für den Schnitt schicke ich nun alles zu RUMS und schaue gleich noch ein wenig, was die anderen Damen so gezaubert haben.



Montag, 14. Dezember 2015

Ein Gedicht über den Niiiiiiiiiiiikolaus :)

Ja, die kleinen Mäuse lernen schnell und ich bin jedes Mal wieder völlig von den Socken, wenn Marie aus dem Kindergarten ein neues Gedicht mitbringt. Diesmal hat sie dem Papa eins vom Niiiiiiikolaus vorgetragen:

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Ist das nicht herzallerliebst?

Samstag, 5. Dezember 2015

Endlich.....

Endlich war der Nikolaus da. Marie hat schon sooooooooo lange auf ihn gewartet und erstaunlicherweise hat sie auch letztes Jahr schon keine richtige Angst vor ihm gehabt. Mag wohl daran liegen, dass die Beiden, also Nikolaus und Knecht Ruprecht, im Grunde zwei ganz liebe Leut sind :) Bei uns macht das jedes Jahr der Brauchtumsverein und da kann man sich richtig glücklich schätzen, dass man auf dem Ländle wohnt, wo es so etwas wie selbstverständlich noch gibt. Und in diesem Jahr war der beste Trupp bei uns, nämlich der, der mit der Kutsche kommt.


 Die Beiden kamen rein und fingen an, den vorbereiteten Text vorzutragen. Marie hatte es die Sprache verschlagen, so imponierte er dieser riesige Kerl von Nikolaus. Sie nickte ständig zustimmend und durfte sich am Ende dann ein Geschenk abholen.


Und als sie dann noch ihr alt bewährtes "Schmetterling du kleines Ding" gesungen hatte, durfte sie sogar nochmal in den riesigen Sack vom Knecht Ruprecht fassen und sich was Süsses rausholen, so viel, wie die kleinen Händchen bekommen können :)


Und da bewegte Bilder doch immer noch am besten sind, hier das Video zum Besuch des Nikolaus:


video


Und weil wir ihr erzählt haben, dass der Nikolaus, wenn er noch Schokolade übrig hat, die heute Nacht noch bei den Kindern verteilt, hat sie flink noch die Stiefelchen geputzt, die gröööööööößten, die sie hatte :)


Euch allen einen schönen 2. Advent!

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Buchvorstellung: Verschlüsse perfekt genäht

(Hinweis: wer direkt zu meinem Projekt möchte, scrollt sich nach unten durch ;-)


Quelle: Coverdownload Stiebner Verlag München

VERSCHLÜSSE PERFEKT GENÄHT
Mizuno, Yashiko
Lieferbar seit:2015 in deutscher Fassung
78 S. , über 400 Abb.
mit Schnittmusterbogen in Originalgröße
Format: 19 x 25,7 cm
Broschur m. Schutzumschlag
Stiebner Verlag
ISBN: 978-3-8307-0940-4
€ 22,00 [D] € 22,70 [A]


Zur Autorin

Mizuno ist Designerin und hat am berühmten Bunka Fashion College in Tokyo studiert. Sie liebt das Nähen und hat somit ihr Hobby zum Beruf gemacht, schreibt viele Artikel für Zeitschriften und hat schon einige Bücher herausgegeben. Nun hat der Stiebner Verlag München wieder ein Buch von ihr ins Deutsche übersetzt und verlegt.

Zum Inhalt

Das Buch beinhaltet eine Vielzahl von Verschlüssen, von einem Blusenverschluss bis hin zum Hosenreißverschluss wird alles der Reihe nach  vorgestellt und beschrieben. Bereits im Inhaltsverzeichnis kann man sehen, welche Verschlussart mit welchem Projekt vereint wurde und neben der eigentlichen Vorstellung der Verschlussart wird sogleich auf die vorhandene Nähanleitung zum Schnitt verwiesen. 


Rezension

Das Buch ist, wie alle japanischen Nähbücher, klar strukturiert und handelt eine nach der anderen Verschlusstechnik sauber ab. Ohne viel Schnörkel werden auf den ersten Seite die unterschiedlichen Verschlüsse kurz vorgestellt und in ihrer Art erklärt. Zu jeder Verschluss-art wurde bereits hier ein Bild des jeweiligen Projektes eingefügt. So bekommt der Leser bereits hier die Möglichkeit, das Endergebnis zu bewundern und sich für ein Projekt zu entscheiden. Am Ende jeder Erklärung ist dann nochmals der Hinweis auf die Seite, auf der sich die Projektbeschreibung befindet.



Im Anschluss an die Vorstellung der Verschlüsse sind die Anleitungen zu den jeweiligen Kleidungsstücken. Diese sind kurz und bündig, aber dennoch umfangreich bebildert und beschriftet im Buch dargestellt. Jeder einzelne Arbeitsschritt ist mit Bildern hinterlegt, so dass man die Möglichkeit hat, die Projekte erfolgreich nachzuarbeiten. In Ergänzung zu den jeweiligen Schnittmustern sind in extra Bildserien die Verschlüsse erklärt, auf diese Erklärungen wird dann in den Projekten extra hingewiesen. Zu Beginn jeder Anleitung ist eine Materialliste zusammengestellt und außerdem der Hinweis, auf welcher Seite des Schnittmusterbogens sich die zu verwendeten Schnittteile befinden. Außerdem gibt es noch einen kurzen Nähablauf, der knapp aber inhaltlich vollumfänglich dargestellt wird.





Auf der vorletzten Seite des Buches ist eine Referenzgrößentabelle abgedruckt, die dem Leser die Möglichkeit gibt, einzuschätzen, welche Größe für ihn passend ist. Man erhält im Buch den Hinweis, dass es sich bei den Schnittmustern um Originale aus Japan handelt und dort beispielsweise von einer Körpergröße von 1,60 m ausgegangen wird. In den deutschen Schnittmustern ist die Standard-Körpergröße z.B. 1,68 m. 

Zuletzt befinden sich noch die Schnittmusterbögen, in Originalgröße, in der Umschlagseite.

Mein Projekt

Ich glaube, ich habe das Buch gefühlt 10 Mal durchgeblättert, bevor klar war, welches Schnittmuster es diesmal sein sollte. 



Ich habe mir vorgenommen, bei jedem Rezensionsbuch ein Projekt nachzuarbeiten, um euch hier meine persönlichen Erfahrungen mit den Büchern mit auf den Weg zu geben. 



Ich schwankte lange zwischen Projekt 5 und 6, einmal eine Fleecejacke (nennt sich im Buch Kapuzenpulli) und dann dieser Nylonparka. Ich weiß nicht, ob es der geniale Stoff war, der von den Machern des Buches verwendet wurde, ober aber einfach nur der Reiz, so endlich die erste Jacke zu nähen.







Ja, es ist wirklich meine erste richtig Jacke (sehen wir mal von der Lutterloh-Jacke zum Kostümchen mit Knopfleiste ab). Und ich kann sagen, ich bin stolz, dass das Ergebnis doch so ansehnlich geworden ist. Zu Beginn hätte ich das nicht gedacht, denn ich habe gelesen, nochmal gelesen, nochmal gelesen und nochmal gelesen und am Ende das Gefühl bekom-men, das schaffe ich nie. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass meines Erachtens die Zielgruppe für dieses Buch eher im Bereich Fortgeschritten bis Profi anzusiedeln ist, so zu-mindest mein Eindruck. Die Erklärungen sind teilweise so formuliert, dass es einiges an Grundwissen voraussetzt. Am Ende des Tages wurde ich aber dahingehend eines besseren belehrt, denn ich bin sicher kein Profi, eher die Hobbyschneiderin mit dem Motto "learning by doing". Und ich habe es geschafft, ohne fremde Hilfe, ganz alleine mit dem Buch. Da sag nochmal einer, lesen bildet nicht.....



Zuerst habe ich mir das Material beschafft und die Liste hierzu abgearbeitet. Im Grunde ganz einfach, die meisten Dinge zu besorgen und innerhalb von wenigen Tagen war auch alles da. Den Stoff hatte ich schon länger mal bei Stoff4you bestellt, ist ein windabwei-sender Stoff, außen perlt der Regen ab und innen ist es ein Poly-Gemisch, angenehm zu tragen, da sehr weich. Als Futter wollte ich einen tollen Jersey nehmen, den ich vor einiger Zeit auf einem Stoffmarkt in Freiburg ergattert hatte. Die Erfahrung, die ich in Bezug auf den Futterstoff aus diesem Projekt mitnehme ist die, dass man niemals einen nicht dehnbaren Stoff mit einem elastischen Stoff vernähen sollte! Ja, das sollte man lassen, es schiebt und zieht und zieht und schiebt und man ist im Wechsel den Tränen und der Verzweiflung sehr nahe. 



Dennoch habe ich es geschafft und konnte hier ohne große Widrigkeiten durch das Projekt gehen. Ich habe im Grunde lediglich die Länge der Arme und des Vorder- und Rückenteiles um 3 cm vorgenommen, da es mir sonst zu kurz gewesen wäre. Wie schon oben erwähnt, die Schnitte sind für kleinere Menschen ausgelegt und so muss jeder für sich entscheiden, wie lang er Jacke und Ärmel möchte. Ich hatte mich kurz ausgemessen und festgestellt, dass ich die größte Größe auch von der Weite her benötige. Und am Ende hatte alles gut gepasst, nix kneift und drückt. Insofern kann ich sagen, die Tabelle ist gut gestaltet, was oft nicht der Fall ist.

Fazit: Bei diesem Buch handelt es sich um ein ganz tolles Buch mit viel Anspruch. Ich würde es sicher keinem Nähanfänger empfehlen, aber einer Freundin, die Spaß daran hat, mal etwas Besonderes zu nähen. Die japanischen Nähbücher, ich hab schon einige davon, sind immer sehr genau in ihren Ausführungen und so kann ich diesem Buch eine gute Note geben.

Und damit sich die Jacke noch mit Leben füllt und ihr mir glaubt, was ich hier schreibe, noch ein paar Tragefotos mit Frau drin :)








Dieses Projekt, meine erste richtige Jacke, trage ich jetzt noch schnell zu den Mädels von RUMS und schaue mal, was die anderen Mädels so gezaubert haben.

Und dann hab ich nochmal was tolles kürzlich bei Heidi auf dem Blog ergattert, vielmehr gewonnen - eine Uhr von Mody-Watch, ein junges Unternehmen aus dem Ländle, wie man bei uns hier so schön sagt. Ich durfte mir auf deren Website  ein Zifferblatt mit dazugehörigem Armband aussuchen und diese wurde mir vom Chef persönlich zugesendet. Ich hab mich für braun entschieden, Zifferblatt und auch Lederarmband, hätte aber jede beliebige Farbe wählen können. Na ich würde sagen, passt ja zur neuen Jacke :) Vielen Dank an dieser Stelle für Heidi und die Verlosung und natürlich an Herrn Pritsch, dass er dies möglich gemacht hat.





Dieser Artikel enthält Werbung. Beim Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, auf den Inhalt meiner Rezension hatte der Verlag keinen Einfluss, es wurden hierzu ebenso keine Vorgaben gemacht.

Bilder aus dem Buch "Verschlüsse perfekt genhäht" vom Stiebner Verlag München, Bildrechte liegen allein beim Stiebner Verlag München.

Mittwoch, 25. November 2015

Falda von Farbenmix

Ich bewundere die vielen Blogs, auf denen tolle Ergebnisse von Farbenmix-Schnittmustern zu sehen sind. Zu Beginn meiner "Nähkarriere" dachte ich immer, die Damen sind doch irre, so wild und bunt gemusterte Dinge zu nähen. Inzwischen finde ich es traumhaft schön, wie toll hier Farben und Formen harmonieren und viele Farbenmix-Schnitte haben inzwischen einen Zugang zu mir gefunden.

So auch der Rock Falda. Marie ist ein Mädchen, ein richtiges Mädchen und es kann nie genug Röcke und Kleider geben. Leider ist sie immer etwas wählerisch, was das Endprodukt angeht. Dreht es sich nicht genug, ist es raus. Ist der Stoff nicht schön genug, ist es raus. Ist der Tag zu trüb.........na ihr wisst schon. Doch Falda hat ihr gefallen und sie wollte es anziehen, aber die Gelegenheit hat sich noch nicht geboten, zumal es derzeit schneit bei uns. Also hab ich den Schnitt bestellt, dann mal im Stofflager gekramt und ein paar schöne Reststücke gefunden.


Naja, bei mir sind Reststücke schon etwas größer als normale Reste :) Ich bin bekennende Stoffhorterin und so ergab sich aus ein paar schönen Stoffen ein Rock namens Falda.


Vor gefühlt einer Ewigkeit hatte ich mal Knöpfe mit Buchstaben gekauft, damit ich irgendwann mal ein Projekt mit dem Namen Marie erledigen kann. Nun bekamen die Knöpfe eine Chance, da ich sonst ja nicht so der Betüddeler bin. Den Latz des Falda hab ich im übrigen nicht zum knöpfen gemacht. Normal kann man den ab- und aufknöpfen. Ich hab den Sinn darin aber nicht erkannt und mir gedacht, gibt es die Funktion, wird die Marie nix anderes tun, als ständig den Latz abzuknöpfen. Dann liegt er herum und geht irgendwann verloren. Also hab ich ihn oben angenäht und ein kleines Stück an den Seiten, dort wo das M und das E nun zu Hause sind.


Ich würde sagen, passt, wackelt und hat Luft. Ja, auch in Bezug auf den Mut in Sachen Stoffauswahl haben wir noch Platz nach oben. Aber wir arbeiten daran. Ich bin bemüht, nochmal eine Falda zu nähen und mir hierfür noch schönere Stoffe auszusuchen. Vom Schnitt her ist der Rock aber toll, vielleicht nicht unbedingt für Nähanfänger geeignet, aber im Grunde ganz gut beschrieben. Manchmal würde ich mir aber bei Farbenmix etwas genauere Anleitungen wünschen, auch wenn es im Netz immer nochmal Anleitungen zu lesen gibt.

Da ich diese Woche nicht RUMSen werde, wünsche ich euch eine schöne Restwoche und sage dann Tschüss, bis nächste Woche pünktlich zu RUMS.

Donnerstag, 19. November 2015

Amanda von Zierstoff

Ach herje, ich weiß gar nicht mehr genau, wie lange ich dieses Schnittmuster, die Amanda von Zierstoff, schon hier liegen habe. Ich glaub irgendwann im Frühjahr 2015 hatte ich dieses tolle Kleid bei einer Bloggerkollegin gesehen und mich verliebt. Dann direkt den Schnitt bestellt und alles ausgeduckt, geklebt und dann.................es lag und lag und lag und lag :)

Nun stand bei uns am 15.11. Herbstmarkt in Lautenbach an, ein Tag, an dem die gesamt Lebens- und Arbeitsgemeinschaft inklusive Waldorfkindergarten auf den Beinen sind. Na da wollte ich mich nicht lumpen lassen und habe mir gedacht, das wäre das perfekte Kleid für diesen Anlass. Und so kam es, wie es kommen musste und ich hatte endlich die richtige Motivation, mein Vorhaben zu Ende zu bringen. So stand ich am Ende dann am letzten Sonntag für den Kindergarten hinter dem Verkaufs-stand und konnte mein Werk präsentieren, von dem alle ausnahmslos begeistert waren, nicht zuletzt wegen der schönen Farbwahl der Sweatstoffe.


Ich muss sagen, der Schnitt hat so seine Tücken und ich glaube, in Sweat ist es nicht optimal. Klar spart man sich den RV, aber dennoch sind Rundungen mit der Ovi nicht ganz so schön am Ende. Auch absteppen wollte ich nicht, das wellt sich immer sehr bei Sweat oder auch Jersey und Zick-Zack-Stich finde ich sieht immer aus wie Kinderklamotte. Also musste es so gehen.


Angetan hatte es mir im Grunde der Retro-Look der Kreise wegen und die Zweifarbigkeit. Ich finde, das ist ein echter Hingucker.


Der Sweat ist ein Traum von Stoff. Den hatte ich vor ebenso langer Zeit bei Lillestoff geordert, ein wundervoller Sommersweat, weich und griffig zugleich, ein Traumstöffchen.


Die Bilder sind diesmal leider nicht so schön, mein Mann hatte hier wohl ab und an Tomaten auf den Augen. Stellenweise sind sie mega unscharf und er hat wieder mal nicht auf Details geachtet.....Amateure eben ;-)



Trotzdem darf die Amanda heute zu RUMS.